Kultkneipe Abseits

Entscheidung wird erneut vertagt

Wie es mit der Kultkneipe Abseits weitergeht, ist noch immer unklar. Die Entscheidung wird erneut vertagt.

Wenn es nach dem Vorschlag des zuständigen Fachamtes gegangen wäre, hätte der Finanz- und Verwaltungsausschuss am vergangenen Montag der Kultkneipe „Abseits“ den Todesstoß verpasst.

„Dem Stadtrat wird empfohlen zu beschließen: Dem vorgeschlagenen Konzept zum Ankauf des Abseits-Areals durch die Stadt Freising und der anschließenden Ausreichung eines Erbbaurechts an den Abseits e.V. wird nicht näher getreten“, lautete der dem Ausschuss vorliegende Beschlussvorschlag. Grundlage war ein von der Firma Hogarat Cardruck & Partner als öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige aus Wiesbaden erstelltes Gutachten, in dem von einem hohen Risiko die Rede ist und die vom Abseits-Verein vorgeschlagene Erbaurechts-Lösung für die Stadt Freising die höchsten Unsicherheiten birgt, weil die Stadt bei einem Heimfall vollständig in der Haftung wäre.

Schon Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher äußerte zu Beginn der Beratung, dass es sich hierbei „um eine unheimlich schwierige Geschichte und ein emotionales Thema“ handele und dass er „Sympathien für das Projekt“ habe. Er räumte aber auch ein, dass der Stadtrat eine hohe Verantwortung beim Umgang mit den Finanzen habe und seiner Meinung nach das vorliegende Gutachten „schlüssig“ wäre. Auch Sebastian Habermeyer (Grüne) räumte ein, dass es sich um eine schwierige Entscheidung handele und dass man sich als redlicher Stadtrat, wenn man sich an das Gutachten halten würde, dem Beschlussvorschlag zustimmen müsste. Allerdings bezweifelte er, ob die im Gutachten genannten Zahlen richtig sind. „Das Gutachten richtet sich an Zahlen, die für eine Generalsanierung des Abseits vom Hochbauamt errechnet wurden und geht damit an der Realität vorbei“, monierte er und erklärte weiter, dass der Verein lediglich das Abseits soweit instandsetzen will, um in Betrieb gehen zu können. Dazu könne der Verein mit seinen mittlerweile über 400 Mitgliedern weit mehr Eigenleistung erbringen, als im Gutachten berechnet. Er bemängelte weiterhin, dass zwischenzeitlich über acht Monate vergangen sind, in denen zwischen der Beteiligten keine Gespräche geführt wurden; notwendig sei dagegen, einen gemeinsamen Weg zu suchen. Schützenhilfe bekam Habermeyer dann auch noch von Reinhard Fielder (FSM), der ebenfalls bemängelte, dass die im Gutachten genannten Zahlen für die Sanierung zu hoch angesetzt sind. Aber auch er räumte ein, dass es beim Finanzierungsvorschlag des Vereins noch einige Unwägbarkeiten gebe, die noch geklärt werden müsse. Er betonte, dass das Abseits eine für Freising wichtige Kulturstätte wäre und dass deshalb ein dringender Bedarf für weitere Gespräche zwischen den Beteiligten bestünde. Er beantragte deshalb, die Entscheidung zu vertagen um Zeit für ein „Konzept das Hand und Fuß hat“ zu erstellen und damit Sicherheit für alle Beteiligten zu bringen. „Dies ist kein Nachteil für die Stadt aber ein Vorteil für den Verein“, betonte er. Im weiteren Verlauf der Diskussion war bereits abzusehen, dass es eine Mehrheit im Ausschuss für diesen Antrag geben wird, denn lediglich die beiden CSU-Stadträte Peter Geiger und Rudi Schwaiger argumentierten im Sinne des Beschlussvorschlags. Geiger fand das Engagement der Vereinsmitglieder zwar „toll“, aber trotz allem Verständnis sein ein Ende mit Schrecken besser, als ein Ende ohne Schrecken. Auch Rudi Schwaiger fand das bürgerliche Engagement der Vereinsmitglieder „bemerkenswert“, findet die Zahlen des Vereins aber „auf Kante genäht mit keinem Spielraum nach oben“. Seiner Meinung gäbe es zu viele Unwägbarkeiten und man dürfe kein Risiko eingehen. Nach gut einer Stunde forderte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher zur Abstimmung über den Antrag von Reinhard Fiedler auf, und es war nicht überraschend, dass zwölf der Ausschussmitglieder für eine Vertagung stimmten und nur Peter Geiger und Rudi Schwaiger dagegen stimmten.

Quelle: freising-online

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