Ein Jahr Freiwilligendienst

Mit dem Cello nach Chile

Das Entwicklungszentrum Kaspar Hauser in Santiago de Chile wird für zwölf Monate David Kollmanns außergewöhnliches Betätigungsfeld sein. Dafür packt er seine Siebensachen!

Noch zwei Monate, dann heißt es für David Kollmann aus Freising Koffer packen! Der Camerloher-Schüler wird dann sein Abitur in der Tasche haben und geht im Anschluss an seine Reifeprüfung auf große Fahrt: „Ich möchte nicht direkt im Anschluss an die Schule ein Studium beginnen, sondern ein Jahr was ganz Anderes machen“, erzählt der 19-Jährige: „Ich will raus aus Deutschland, viel lernen, aber vor allem soziales Engagement leben.“ Über den Freiwilligendienst weltwärts wird David Kollmann nach Chile fliegen und dort im Entwicklungszentrum Kaspar Hauser arbeiten, das im Viertel Penalolen der chilenischen Hauptstadt Santiago liegt. „Mit meiner Arbeit möchte ich dem Zentrum tatkräftig und ehrenamtlich helfen, dabei die jungen Menschen im Kindergarten und den Werkstätten für Jugendliche auf ihrem Weg unterstützen, Außerdem will ich die chilenische Kultur kennenlernen, aber auch über deutsche Traditionen aufklären. Knapp 12000 Euro wird ihn sein Auslandsjahr kosten, über Bundesministerien erhält er eine Förderung von etwa drei Vierteln des Betrags. Den Rest muss David Kollmann selbst aufbringen, weshalb er aktuell Spenden sammelt.

In dieser Woche legt David Kollmann, Abschluss-Schüler des Freisinger Camerloher-Gymnasiums, sein Kolloquium ab und hat danach sein Abitur bestanden. Viele Absolventen sehen sich im Anschluss an den Erwerb der Hochschulreife erstmal die Welt an, bevor der Schritt ins Studium oder das Berufsleben erfolgt. Auch David Kollmann geht auf große Fahrt: Nach Santiago de Chile! Es ist allerdings nicht der Anspruch des 19-Jährigen, sich eine Auszeit als Globetrotter zu gönnen, sondern er wird zwölf Monate lang im dortigen Entwicklungszentrum Kaspar Hauser Kinder und Jugendliche betreuen. Eine freiwillige und ehrenamtliche Aufgabe, die Kollmann allerdings auch für sich selbst nützen will: Zur Persönlichkeitsbildung! „Ich möchte mich weiter entwickeln und viel lernen“, sagt er. Mit Chile verschlägt es den Freisinger in sein Wunschland, die südamerikanische Kultur und das Land erwartet er „sehr abwechslungsreich, die Menschen dort sind außergewöhnlich.“ Erste Erfahrungen mit dem amerikanischen Subkontinent hat Kollmann bei einem Schüleraustausch mit Argentinien vor zwei Jahren sammeln können. Dort hat er sich Grundkenntnisse in Spanisch angeeignet, dennoch erwartet er von seinen ersten Wochen und Monaten in Santiago einen mächtigen Lernprozess: „Das chilenische Spanisch ist doch nochmal etwas ganz Anderes, und ich werde mich in dem fremden Land erst zurecht finden müssen.“ Ergo erwartet er seine ersten Aufgaben im Zentrum Kaspar Hauer erst mal als Gartenarbeit, Kochen und Putzen oder Handwerken in den Werkstätten. Mittelfristig soll es ein Deutschkurs für die Jugendlichen sein oder Musikunterricht. So wird er auch die logistisch knifflige Aufgabe vor sich haben, sein Cello mit nach Chile zu nehmen. Nur einen Monat Ferien wird David Kollmann in seinem Chile-Jahr haben. Seine Eltern und Schwestern werden ihn dann mutmaßlich besuchen. Das war‘s dann aber auch, denn „ich möchte mich in die dortige Kultur einleben und deshalb mit recht wenig Kontakt nach Deutschland auskommen.“ Über einen Newsletter wird er aber regelmäßig aus dem Entwicklungszentrum berichten. Wer den abonnieren möchte, meldet sich formlos unter der Mailadresse davidnicolaikollmann@gmail.com an. Leben wird der Camerloher-Absolvent in einer Gastfamilie, die ihm der Freiwilligendienst weltwärts vermittelt hat. Dennoch: Der Aufenthalt kostet eine Menge Geld: 10000 bis 12000 Euro werden veranschlagt, von denen etwa 75 Prozent durch Finanzierungszuschüsse gedeckt sind. Den Rest muss Kollmann selbst auftreiben und sammelt deshalb Spenden. Unter seiner Mailadresse oder direkt auf das Konto IBAN DE94 7005 1003 0025 6567 03, BIC BYLADEM1FSI mit dem Verwendungszweck „Freiwilligendienst Chile“ ist er für jede Unterstützung dankbar (Spendenquittungen sind möglich). Doch mehr als um die finanzielle Hilfe geht es Kollmann darum, einen Unterstützerkreis zu generieren, der sich auch inhaltlich für sein Engagement interessiert: „Ich möchte möglichst viele Menschen einbeziehen und an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.“

Quelle: freising-online

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