Landtagswahl

Der Landkreis hat drei Gewinner

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Dr. Florian Herrmann (CSU/Foto Mitte), Johannes Becher (Grüne/rechts) und Benno Zierer (Freie Wähler/links) sind zufrieden.

Mit maximaler Spannung wurde am vergangenen Sonntag Abend das Wahlergebnis für den Kreis Freising im Landratsamt erwartet. Mit dem Ergebnis zeigten sich am Ende die drei Gewinner Dr. Florian Herrmann, Johannes Becher und Benno Zierer zufrieden. Mit ihrem persönlichen zumindest, denn alle drei ziehen in den Landratg ein - Becher erstmals. Titelverteidiger Dr. Herrmann hatte Stimmverluste zu verzeichnen.

Selten war eine Wahlauszählung so spannend, wie am Sonntagabend. Und im gut besetzten Großen Sitzungssaal des Landratsamtes ging öfter ein Raunen durch die Reihen, als die einzelnen Ergebnisse der Landkreisgemeinden eingingen. Viele der Besucher, aber auch die Anhänger der einzelnen Direktkandidaten hatten geglaubt oder auch gehofft, dass es ein enges Rennen zwischen dem CSU-Kandidaten Florian Herrmann und Johannes Becher von den Grünen geben würde. Überrascht waren dann aber alle, dass auch Benno Zierer von den Freien Wählern sich lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den beiden anderen Kandidaten lieferte.

Am Ende gab es dann drei Gewinner: Florian Herrmann, weil er trotz massiver Stimmenverluste den Wahlkreis gewinnen konnte; Johannes Becher, weil dieser als Neuling auf Anhieb mit 23,99 Prozent der Erststimmen einen guten Einstieg erzielte und das Ergebnis seines Vorgängers Christian Magerl nur knapp verfehlte, und auch Benno Zierer, der mit 21,02 Prozent der Erststimmen seinen Erfolg aus der vergangenen Landtagswahl deutlich ausbauen konnte. Alle drei werden wohl mit großer Sicherheit im neuen Bayerischen Landtag vertreten sein, auch wenn das endgültige Ergebnis erst für Dienstagmorgen erwartet wird. Florian Herrmann, der erst im Großen Sitzungssaal eintraf, als auch das letzte Ergebnis aus der Stadt Freising eingegangen war, zeigte sich zwar zufrieden, aber auch deutlich genervt. 

„Ich freue mich, dass ich meine Arbeit im Wahlkreis fortsetzen kann“, äußerte er. Seine massiven Stimmenverluste – 2013 konnte er noch 38,45 Prozent der Erststimmen auf sich vereinigen; dieses Jahr waren es nur noch 27,36 Prozent – begründete er damit, dass mit der AfD eine neue Partei im Rennen war, die vor allem der CSU Stimmen gekostet habe; er beklagte aber auch eine „Hetzkampagne gegen seine Person“, die „im Jargon der AfD“ gelaufen sei. Er forderte deshalb zukünftig einen vernünftigen Umgang miteinander zu führen. Johannes Becher war überzeugt davon, einen guten Wahlkampf geführt und ein gutes Ergebnis erreicht zu haben, mit dem er „sehr zufrieden“ ist. „Als Neuling war es schwierig, gegen einen Staatsminister anzutreten“, äußerte er. Das gute Abschneiden von Benno Zierer vor allem im ländlichen Bereich sah er als Amtsbonus. Trotzdem konnte er noch bis zum Schluss hoffen, denn vor allem in der Stadt Freising hat er mit über 8116 Erststimmen gegenüber nur 3994 Erststimmen für Florian Herrmann noch einmal deutlich zugelegt. Benno Zierer begründete seinen beachtlichen Erfolg, mit seinem offenen und ehrlichen Wahlkampf.

 „Ich muss kein Staatssekretär werden“, so sein Kommentar, stattdessen habe er in seinen vielen Wahlveranstaltungen die Nähe zum Wähler gesucht und damit wohl so viel Vertrauen gewonnen. Deutlich enttäuscht war Markus Grill von der SPD, dessen Kommentar zu seinem und dem Ergebnis seiner Partei sehr deutlich war: „Noch mehr als große Sch….“. Verständlich, dass er schon nach relativ kurzer Zeit völlig frustriert den Sitzungssaal im Landratsamt verließ. Gewonnen hat an diesem Tag aber auch der Wähler, denn mit einer Wahlbeteiligung von 76,36 Prozent gegenüber 67,5 Prozent im Jahr 2013 haben die Wähler gezeigt, dass ihnen vor allem die Politik auf Landesebene nicht gleichgültig ist. Es ist jetzt nur zu hoffen, dass die Verantwortlichen auf Wahlkreis und Landesebene das Ergebnis nicht nur analysieren, sondern daraus hoffentlich auch die eine oder andere Lehre ziehen.

Quelle: freising-online

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