Elternhaus des „Zentrums der Familie“

Der Mensch braucht ein Rudel

Charlotte Reitsam, Johannes Becher und Eva Bönig (vorne v.l.) besuchten KBW-Geschäftsführerin Marina Freudenstein und die Elternbegleiterinnen Veronika Unterreithmeier und Michaela Götz (stehend v.l.) im „Elternhaus“ in der Kammergasse 9.

Das „Elternhaus“ des „Zentrums der Familie“ ist mittlerweile fester Bestandteil im Freisinger Netzwerk von Bildungs- und Sozialeinrichtungen für geflüchtete Familien geworden.

Bürgermeisterin Eva Bönig war im vergangenen Jahr schon bei der Eröffnungsfeier. Zusammen mit Johannes Becher, Mitglied des Jugendhilfeausschusses und Stadträtin Charlotte Reitsam bekam sie jetzt bei einem Besuch einen Eindruck davon, wie gut sich das Projekt entwickelt hat. Das „Elternhaus“ ist Teil des Bundesmodellprogramms „Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien“, das vom Bundesfamilienministerium gefördert wird. Zwei Elternbegleiterinnen unterstützen Familien mit Migrationshintergrund dabei, sich im deutschen Bildungssystem zurecht zu finden. Zudem leistet es mit Angeboten wie einem offenen Treff oder Elternabenden wichtige Integrationsarbeit. „Mittlerweile haben wir hier eine vertrauensvolle Basis mit den Familien geschaffen“, sagte Projektkoordinatorin Veronika Unterreithmeier. Es seien in kurzer Zeit auch viele fruchtbare Kooperationen entstanden, jüngst habe man zum Beispiel mit der Grundschule St. Lantpert und der evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte zwei weitere Partner ins Boot holen können. Zusammen mit der Stadt Freising, dem Jugendamt und dem Verein „Hilfe von Mensch zu Mensch“ sind es nun fünf, dazu kommen laut Unterreithmeier noch zahlreiche, unbürokratische Einzelprojekte.

So beteiligt sich das Kreisbildungswerk zusammen mit dem „Zentrum der Familie“ und seinem „Elternhaus“ zum Beispiel auch an der „Interkulturellen Woche“ Ende September. Die Gäste informierten sich ausführlich über die einzelnen Angebote wie den offenen Treff oder das Sprach-Café, wollten aber auch wissen, wo die Mitarbeiterinnen auf Probleme stoßen würden. Vor allem die bessere Anbindung von Stadtteilen wie etwa Lerchenfeld stand da im Raum, um auch dort ansässige Familien besser einbinden zu können. Marina Freudenstein, Geschäftsführerin des Katholischen Kreisbildungswerks, betonte in der Runde noch einmal, wie wichtig Investitionen in Beratungs- und Begleitangebote seien. „Und das Zauberwort ist hier Niederschwelligkeit“, sagte sie. Orte zu schaffen, in denen Menschen Anbindung finden und sich angenommen fühlen können, sei laut Charlotte Reitsam essentiell. „Der Mensch braucht einen Clan, ein Rudel“, sagte sie. Mit seiner Arbeit würde das „Elternhaus“ eben einen Raum dafür bieten und damit einen Beitrag zu Vielfalt und Nachbarschaftlichkeit leisten. Und Johannes Becher fügte an: „Solche niederschwelligen Angebote sind wichtig, damit über den persönlichen Kontakt die Unterstützung zu den Menschen kommen kann.“

Quelle: freising-online

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