Neue Unterkunft

Endlich ein sicheres Dach über dem Kopf

Dichtes Gedränge im „Wohnzimmer“ in einer der neuen Wohnungen für in Not geratene Menschen in Moosburg. Mit so vielen Teilnehmern an der Einweihung hatte Anita Meinelt nicht gerechnet.

Fertig gestellt ist der Neubau für Menschen, mit denen es das Leben nicht so gut gemeint hat, an der Landshuter Straße in Moosburg. 46 Menschen werden hier Platz finden. Das Interesse an der offiziellen Einweihung des Gebäudes, in das 950000 Euro investiert wurden, war überraschend groß.

Für Moosburgs Erste Bürgermeisterin Anita Meinelt ist es eine „Notunterkunft für in Not geratene Menschen“, und diese ist jetzt an der Landshuter Straße offiziell eingeweiht worden. Die Terminfindung war nicht leicht, denn erstens mussten die Vertreter der beiden christlichen Kirchen Zeit haben, was in diesem Fall vor allem der Rathauschefin wichtig war, und zweitens durften die künftigen Bewohner noch nicht drin sein. „Das tut man einfach nicht“, so die Überzeugung von Anita Meinelt, die damit konsequent handelte, denn für sie ist der Neubau, in dem kurzfristig sogar 46 Menschen eine Bleibe finden können, ein Zeichen dafür, „dass diese Menschen eine Würde haben.“ Der Stadtrat erschien fast beschlussfähig, dazu die Verwaltung in einer Stärke, die deutlich machte, wie viele sich mit diesem Neubau für immerhin 950000 Euro befasst haben. Er steht jetzt auf dem Gelände des ehemaligen Salzlagers, einem hässlichen Holzschuppen, so dass der schmucke Neubau mit seinen Arkadengängen, die die einzelnen Wohnungen erschließen, sogar eine städtebauliche Verbesserung darstellt. Die Stadt hat, was ungewöhnlich ist, sogar eine Zuschuss über die Regierung von Oberbayern bekommen können, weshalb auch eine Vertreterin der Behörde da war. Für die Vertreter der Kirche war die Realisierung des Neubaus ein Zeichen gelebter Nächstenliebe. Pfarrerin Regine Weller erinnerte dazu an das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, Pfarrvikar Adur Gabriel erweiterte das und nannte das Beispiel von Mutter Theresa. Allerdings machte der katholische Vertreter auch auf etwas anderes aufmerksam, nämlich, dass es jeden treffen könne. „Vielleicht bin ich morgen ganz unten.“ Für diese Menschen ist erstmals in der Stadt eine Möglichkeit geschaffen worden: Ein Zimmer, zu dem die Polizei einen Schlüssel erhält. Wenn diese jetzt einen Wohnsitzlosen mitten im Winter irgendwo aufgreift kann sie effektiv helfen, ein unbedingte Novum in der Stadt in einem Teil von Bayern, wo man gern übersieht, dass es auch hier bittere Armut gibt. Genau das hatte Gabriel im Blick, als er Mutter Theresa zitierte: „Schau nach rechts und nach links!“ Solche Menschen brauchen Betreuung, und die ist jetzt auch geregelt: Susanne Kerscher übernimmt das, sie ist schon lange bei der Stadt angestellt, hat im Jugendhaus ihre Stunden etwas reduziert, um hier für die Menschen da sein zu können. Hintergrund ist, dass noch keinerlei Erfahrungen vorliegen über den Zeitbedarf, der hier ansteht. „Wir wollen erst mal anfangen“, sagte sie dem FORUM darum auch. Acht Wohnungen sind hier eingerichtet worden, und die Menschen, deren einfache Behausung im vergangenen Frühjahr abgebrannt sind, können hier vorübergehend unterkommen, bis die Sozialwohnungen, die erst noch gebaut werden, bezugsfertig sind.

Quelle: freising-online

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