Wohnungssuche extrem!

"Ich kämpfe jeden Tag!"

„Ich muss doch auch mal rausgehen“, sagt Oliver Trocha. Ein Bekannter riet ihm, die Kontakt- und Begegnungsstätte in der Freisinger Heiliggeistgasse zu besuchen. Hier findet der 36-Jährige Beschäftigung und Ablenkung - aber auch Hilfe: Diplom-Sozialpädagoge Felix Hartl unterstützt bei der Wohnungssuche. Bisher erfolglos.

Ein sonniger Tag Anfang April im Jahr 2012! Oliver Trocha genießt die Wärme unter der Glaskuppel im Erlebnisbad Wonnemar in Ingolstadt und zieht gemütlich seine Bahnen. Bauchschmerzen hat er plötzlich, bricht auf und verspeist ein paar Burger - schließlich hatte er noch nichts gegessen. „Nachts kamen die Beschwerden wieder, und seitdem war ich nie wieder schmerzfrei“, berichtet der 36-Jährige heute.

Ein diagnostizierter Leistenbruch zog derart dramatische Konsequenzen nach sich, dass Oliver Trocha heute im Rollstuhl sitzt: Ein Keim hat sein Leben zerstört, fuhr sein Immunsystem Richtung Null. Lungenembolie und -entzündung, die Blase ist kaputt, Osteoporose, vier Meter Kabel hat er dauerhaft im Rücken, einen Schrittmacher ebenso im Körper. Das ist das, was vom Leben des gebürtigen Thüringers übrig geblieben ist. Nun muss er sich eine neue Wohnung suchen - eine Herkulesaufgabe, an der Oliver Trocha zu scheitern droht, denn die Rahmenbedingungen sind mit dem Wohnungsmarkt der Region nicht in Einklang zu bringen. „Ich habe alles verloren: Familie, Job, Freunde, meinen Sport...“ Nach wie vor strahlt der 36-jährige Oliver Trocha Lebensmut aus, trotz aller Schicksalsschläge, die er nach seiner Ankunft in Bayern hinnehmen musste. Er war der Arbeit hinterher gezogen, von Thüringen nach Bayern. Heute ist nichts mehr wie es war. Ein Leistenbruch hatte so dramatische Konsequenzen, dass Trocha heute an den Rollstuhl gefesselt ist. Dazu der dauernde Ärger um ihm zustehende Unterstützungsleistungen... „Ich kämpfe jeden Tag“ sagt er und hat nun eine weitere existenzielle Hürde vor sich: Bis Ende März muss er aus seiner Wohnung in Zolling raus. Und findet keine neue! Der Wohnungsmarkt in der Flughafenregion ist ohnehin heillos überhitzt, doch hat Trocha ja Einschränkungen ,die berücksichtigt werden müssen: Barrierefreiheit - und ein vorgegebenes Budget, das inklusive Grundsicherung nur 550 Euro umfasst. Makler, Kirchen, Diakonie, Mundpropaganda - vieles hat er erfolglos versucht, nun läuft dem Rollstuhlfahrer die Zeit davon. Irgendwo im Bereich Freising - Mainburg - Erding - Landshut soll die Wohnung sein, denn seine beiden Kinder, die in Rudelzhausen und Vilsbiburg bei ihren Müttern leben, kann der heute allein stehende Motorenbauer nicht sein. Jedes zweite Wochenende ist Familienzeit, dann holt er sie mit dem behindertengerecht umgebauten Auto zu sich. Trotzdem wäre ein eigener Raum für die Kids Luxus: „Groß muss die Wohnung nicht sein, aber ich muss mit dem Rollstuhl überall hinkommen“, beschreibt er ein weiteres Dilemma. Ein eigenes Reich für die Kinder (vier und sieben) wäre wünschenswert, aber weiter unten in der Prioritätenliste. Eine Haushaltshilfe beschäftigt Oliver Trocha - für jene Aufgaben, an denen er trotz seiner Energie scheitert. Die Jahre bei der Feuerwehr, im Katastrophenschutz, Schützenverein, auch Erfolg als Kreismeister im Laufsport in Thüringen haben schon früh Engagement und Verantwortungsgefühl ausgeprägt. Sogar eine Beinprothese hat sich Trocha handwerklich geschickt selbst gefertigt. Wer kann Oliver Trocha helfen und dringend eine Wohnung vermitteln? Kontakt über das FORUM, Telefon 08161/970788.

Quelle: freising-online

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