Ulrike Kolar

Große Freundin der kleinen Stacheltiere

Wie ein Reihenhaus! In ihrem Garten beherbergt Ulrike Kolar rund zwei Dutzend verschlafene Igel.

Ulrike Kolar aus Moosburg ist die Koryphäe, wenn es um die niedlichen stacheligen Vierbeiner geht: Sie kümmert sich aufopferungsvoll um Igel und hat natürlich jetzt im nahenden Winter Hochkonjunktur. Sogar SAT1 und die ARD haben schon über die Tierfreundin berichtet.

Helene ist wirklich aktiv! Im Wohnzimmer der Familie Kolar bringt die kleine, aber dennoch wohl genährte Igeldame manchen Meter hinter sich und lässt sich auf ihrer Wanderschaft weder von zwei- noch von vierbeinigen Zeitgenossen aus der Ruhe bringen. Helene ist einer von derzeit rund 40 Igeln, der sich in der Obhut von Ulrike Kolar befindet. Sie ist die Igel-Expertin nicht nur in der näheren Umgebung: Sogar aus Bad Tölz hat sie einen ihrer aktuellen Schützlinge gebracht bekommen. Lieber wäre es ihr aber, wenn sie weniger der stacheligen Tiere beherbergen müsste, doch sie ist erster Ansprechpartner, wenn es darum geht, Igel in der kalten Jahreszeit zu helfen. Ulrike Kolar geht auch in Schulen und unterweist den Nachwuchs im richtigen Umgang mit Igeln, und den Kindern gibt sie folgende Faustregel mit: „Wer jetzt noch einen Igel laufen sieht, der muss aktiv werden. Das ist schon ein Notfall, besonders wenn er liegt oder beim Laufen torkelt.“ Einen runden Po müsse er haben, und so groß wie eine Doppelpfünderpackung Zucker müsste ein gesunder Igel in dieser Jahreszeit schon sein, um ohne Sorgen den Winter zu überstehen. Sie hat auch schon den Kindern gezeigt, wie ein Igelhaus einfach zu basteln ist. Um im Zweifel zu helfen, brauche es keinen Experten, so Ulrike Kolar weiter: „Eine Schachtel in der Höhe von etwa 50 Zentimetern, etwas Heu, trockene Blätter oder Moos und Katzenfutter - und der Igel kann sich einen Unterschlupf zum Winterschlaf basteln. Vielleicht noch eine Plane drüber! Keine Milchprodukte oder Eier, denn die verträgt der Igelmagen nicht.“ Zu empfehlen ist auch der Besuch bei einem Tierarzt mit Igel-Kenntnissen - wegen der Parasiten und der Entwurmung -, so wie der, mit dem die Igelmami in Langenpreising seit Jahren vertrauensvoll und nahezu rund um die Uhr zusammenarbeitet: „Er hat mir schon wahnsinnig viel geholfen!“ Entscheidend ist die Wärme! Das Igel-Winterquartier in einen Schuppen oder Unterstand, dann kann das Sandmännchen kommen. Spätestens Ende April wildert Ulrike Kolar die Tiere wieder aus. Bis auf jene, die eigentlich todgeweiht waren, bis sich ihre Retterin ihrer annahm. Gebrochene Beinchen, zerquetschte Schnauzen, beschädigte Wirbelsäulen - diese „Invaliden“ scharen sich um die Dauerläuferin Helene. Also auswildern - nur wohin? Denn es gibt kaum mehr naturbelassene Bereiche, in denen sich Igel sicher niederlassen können. Laub wird weg geblasen, Gärten klinisch auf Akkuratesse getrimmt, und alles wird zugebaut. Bei Ulrike Kolar im garten dagegen „geht‘s immer lustig zu“, wie sie sagt: Eine kleine Reihenhaussiedlung beherbergt mehrere schläfrige Igel, eine Taube mit gebrochenem Flügel wird in einer Voliere wieder hochgepäppelt, aus dem mit der Hand hochgezogenen Entenküken Donaldine und einem geschenkten Erpel entstanden vier Entenpaare, die die eigens angefertigten Häuschen bewohnten. Ein wenig dieses Kleinzoos wünscht sich Ulrike Kolar auch in anderen Gärten, Obacht beim Rasenmähen, Laub Harken und beim Wegbringen von Gelben Säcken. In die krabbeln die Igel nämlich gern rein und sehen oft keinerlei Veranlassung, wieder raus zu gehen. Bis der Müllwagen kommt und die Tierchen dann zerquetscht. Erst am Abend vor der Abholung sollte der Sack raus gestellt werden - und am besten erhöht gelagert.

Quelle: freising-online

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