Verleihung des Wissenschaftspreises Weihenstephan

Vorbildliche Leistungen gewürdigt

Auf dem Foto sind die Preisträger zusammen mit OB Tobias Eschenbacher zu sehen (v.l.): OB Tobias Eschenbacher, PD Dr. Carsten W. Müller, Prof. Jenny Kao-Kniffin, Dr. Christina Lehermeier und Prof. Dr. Gustavo de los Campo

Als „wichtiges Ereignis“ bezeichnete Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher die Verleihung des Wissenschaftspreises Weihenstephan der Stadt Freising bei einem Festakt am vergangenen Dienstag im Großen Sitzungssaal des Freisinger Rathauses.

Er begründete dies damit, dass Freising eine Universitätsstadt ist, in der wissenschaftliche Forschung und Lehre seit vielen Jahrzenten auf höchstem Niveau betrieben werden. „Wir sind stolz darauf, dass Freising die Heimat eines europaweit einzigartigen Wissenschaftszentrums ist“, betonte er zu Beginn seiner Ansprache. Bereits zum fünften Mal wurde am vergangenen Dienstag der Forschungspreis, der mit 20000 Euro dotiert ist, vergeben, mit der die Stadt Freising Eschenbacher zufolge „einen Beitrag leisten will, das außerordentliche Renommee des Wissenschaftsstandortes Freising zu steigern“. Eschenbacher betonte, dass es die Jury in diesem Jahr besonders schwierig hatte, eine Entscheidung zu treffen, da viele gute Vorschläge eingereicht wurden und man sich von Seiten der Jury in diesem Jahr darauf geeinigt habe, zwei besonders herausragende Forschungsarbeiten auszuzeichnen, die einerseits für die großartigen Leistungen in Weihenstephan und andererseits aber auch für eine wegweisende Vernetzung der Weihenstephaner Forschungseinrichtungen mit internationalen Universitäten stehen. Mit jeweils 10000 Euro wurden ausgezeichnet: Dr. Christina Lehermeier vom Lehrstuhl für Pflanzenzüchtung am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TU München und Prof. Dr. Gustavo de los Campos von der Michigan State University in East Lansing/USA erhielten die Auszeichnung für ihre gemeinsame Forschung zum Themengebiet genom-basierter Züchtungsselektion bei Nutztieren und -pflanzen, sowie PD Dr. Carsten W. Müller vom Lehrstuhl für Bodenkunde am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TU München und Prof. Jenny Kao-Kniffin von der Cornell University in Ithaca/USA für ihre gemeinsame Forschung zum Themengebiet Klimawandel – Kohlenstoffkreislauf arktischer Ökosysteme. In ihrer Laudatio hob Prof. Dr. Chris-Carolin Schön hervor, dass Christina Lehermeier und Gustavo de los Campos in ihrer gemeinsamen Forschungsarbeit die Züchtung von Nutztieren und -pflanzen revolutioniert und damit neue Anwendungsmöglichkeiten für die Züchtung geschaffen haben. Prof. Dr. Ingrid Kögel-Knabner wies in ihrer Laudatio darauf hin, dass gut ein Viertel der Landoberfläche Permafrostböden sind, die durch den Klimawandel tiefer auftauen und durch das Erwachen der in den Böden befindlichen Mikroorganismen zusätzlich Treibhausgase freigesetzt werden, die die Erderwärmung beschleunigen. Mit ihrer Forschung am nördlichsten Punkt in Alaska hätten Carsten W. Müller und Jenny Kao-Kniffin herausgefunden, dass nicht die reine Menge an gespeichertem Kohlenstoff im Boden entscheidend ist für die Zersetzungsaktivität der Mikroorganismen, sondern seine chemische Zusammensetzung und räumliche Anordnung. Eschenbacher betonte darüber hinaus, dass es auch weiterhin ein Anliegen der Stadt Freising sei, den Freisinger Wissenschaftspreis Weihenstephan auch weiterhin zu vergeben, und ermunterte die anwesenden Professorinnen und Professoren des Wissenschaftsstandortes Freising-Weihenstephan ausdrücklich, derartige Kooperationen anzustoßen und Kandidatinnen und Kandidaten zu nennen, die „Vorbildliches für den Wissenschaftsstandort Weihenstephan leisten“. Die TU München wolle mit der Erhöhung der Forschungsgelder mit den Großen der Welt mithalten und damit auch die Sichtbarkeit Freisings in der Welt verbessern, betonte Thomas Becker, Dekan am Wissenschaftszentrum Weihenstephan in seinem Grußwort. Er kündigte an, dass man in Weihenstephan darüber nachdenke, eine Vortragsreihe „TUM@Freising“ ins Leben zu rufen, um die Wissenschaft den Freisinger Bürgerinnen und Bürger näher zu bringen. Vizepräsident Markus Reinke von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf betonte in seinem Grußwort, dass der Campus Weihenstephan in den grünen Ingenieurberufen weit über Freising hinaus bekannt sei und dass der Freisinger Wissenschaftspreis diese Bekanntheit besonders begünstigen würde. Er bezeichnete Deutschland als Hochertragsland in der Landwirtschaft, das einen sehr großen Beitrag für die Ernährung der Weltbevölkerung leisten würde.

Quelle: freising-online

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