Der autonome Traktor

Die Zukunft der modernen Landwirtschaft

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Martin Zeiher drückt den Knopf am Steuergerät des modernen Traktors und dieser arbeitet die Fahrstraße ab, autonom, mit zwei Zentimeter Genauigkeit.

Jetzt kann der Fahrer entspannen „Go!“ Martin Zeiher drückt den Knopf am Steuergerät des modernen Traktors und dieser arbeitet die Fahrstraße ab, autonom, mit zwei Zentimeter Genauigkeit. Die Zukunft der Landwirtschaft hat begonnen.

Woran die Automobilindustrie noch bastelt, nämlich das autonom fahrende Auto, hat in der Landwirtschaft bereits Serienreife. Martin Zeiher vom Betrieb Speisekartoffeln Weichselgartner konnte dem FORUM den möglicherweise ersten mit diesem System ausgestatteten Traktor in Wang vorstellen. „Ich muss die Maschine überwachen“, sagte er und drückte den Knopf mit der Aufschrift „Go!“ Der 180 PS starke Fendt setzt sich in Bewegung, die Sämschine senkt sich in die Fahrspur, und dann wird die Fahrstraße abgearbeitet, und zwar auf zwei Zentimeter Genauigkeit. Ein guter Fahrer kann das zwar auch, aber mit Sicherheit nicht über Stunden ohne Pause. Und genau in dieser Pause steht das Gerät, was richtig ins Geld gehen kann, denn eine Investition im sechsstelligen Bereich muss sich einfach rechnen. Und ein moderner Arbeitsplatz für den Landwirt, klimatisiert, gefedert, mit Kühlfach für Brotzeit und Getränke, der hat nun mal seinen Preis. Und auch Zeiher weiß, dass das erst der Anfang ist. Noch muss er am Ende des Feldes eingreifen, den Traktor wenden, und dann wieder besagten Knopf drücken. Zwar sind die Systeme schon auf dem Markt, die auch das Wenden und neu ausrichten abnehmen, aber diese sind noch zu teuer für diese Betriebsgröße. „Die Preise sind aber schon deutlich gefallen“, so Zeiher, der sich vorstellen kann, dass er einmal nicht mehr auf der Maschine sitzen wird, sondern mittels Steuergerät vielleicht drei oder vier Traktoren gleichzeitig auf dann deutlich größeren Feldern unterwegs haben wird. Diese Felder müssen nicht nur eine bestimmte Größe, sondern am besten auch eine klare Form haben. „Wir haben ein Feld, da steht ein Mast drin, bloß den kennt der nicht“, sagte Zeiher über die noch bestehenden Anfangsschwierigkeiten. Von bestimmten politischen Richtungen wird immer wieder auf die konventionelle Landwirtschaft eingeprügelt. Dass die Industrie, zusammen mit den Anwendern, hier Systeme entwickelt, die durch die enorme Präzision massiv Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmittel einsparen können, wird gern übersehen. An weiteren Bedingungen für die Modernisierung wird gearbeitet: Die Maschinen, die der Traktor über die Felder bewegt, müssen angepasst werden, brauchen dann Sensoren für alle Betriebszustände. Schon deshalb bleibt der Fahrer auf dem Traktor noch unverzichtbar. Dieser Wandel geht nicht von heute auf morgen, zumal die bestehenden Maschinen eine enorme Lebensdauer haben, aber der Anfang ist gemacht.

Quelle: freising-online

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